Schweinekrustenbraten

(mit Dunkelbiersauce)

 

 

Wie Ihr ja wisst, bevorzuge ich deftige Speisen. Kuchen und Co finde ich ganz nett und ab und zu braucht es da schon auch mal ein Stückchen, aber so prinzipiell sind meine Geschmacksnerven auf salziges Essen gepolt. Vielleicht liegt das auch ein bisschen an der Herkunft, denn wenn die Bayern etwas können, dann ist es deftiges Essen! ...wobei das mit der Herkunft auch nicht so ganz sein kann, denn der halbe Österreicher in mir müsste sich ja dann eher auf süße Mehlspeisen stürzen... ;-)

Na egal. Spielt ja auch gar keine Rolle, warum und wieso! Es ist wie es ist und darum habe ich heute mal einen deftigen, bayerischen Klassiker für Euch! Schweinebraten mit richtig guter, knackiger Kruste!

 

Früher wenn ich darüber nachgedacht habe, einen Braten zu kochen, ging bei mir erstmal gar nichts mehr. Irgendwie dachte ich immer, das ist sicherlich fürchterlich kompliziert und allein der Gedanke daran hat mich schon überfordert.

Zum Glück habe ich das aber überwunden und recht schnell festgestellt, dass Braten kein Hexenwerk sind. Ganz im Gegenteil. Meist braucht es letztlich nur wenige Minuten für die Zubereitung. Den Rest machen Zeit und Ofen. So ist ein Braten wirklich das ideale Sonntagsgericht. Einfach vorbereiten und dann für teilweise mehrere Stunden in den Ofen schieben. Dazwischen kann man den Tag dann schön genießen.

 

Und da wir schon beim Thema Sonntag sind: Dieser Krustenbraten ist ein Beitrag zum Event "Rettet den Sonntagsbraten" von Kleiner Kuriositätenladen.

Ziel dieses Events ist es, den Lesern das Thema "Bewusster Fleischkonsum" etwas näher zu bringen. Steph und alle Teilnehmer wollen zeigen, dass man nicht ganz auf Fleisch im Leben verzichten muss um einen Beitrag zu Tierwohl und ökologischer Lebensweise bei zu tragen. Wichtig ist viel mehr, dass man Fleisch einfach wieder bewusster konsumiert. Es muss im Alltag kein Schnitzel aus dem Toaster oder der Frischkäse mit Fleischstückchen darin sein. Lieber mal wieder genauer darüber nachdenken, welches Fleisch man wo kauft, es dann liebevoll zubereiten und mit gutem Gewissen so richtig genießen.

Ich denke, wenn sich jeder wieder nur ein bisschen mehr Gedanken um den eigenen Fleischkonsum macht, könnte man schon viel bewegen.

 

Da wir es uns derzeit nicht leisten können, immer auf Fleisch in Bio Qualität zurück zu greifen, kaufe ich mein Fleisch auch nach wie vor beim konventionellen Metzger. Das jedoch entsprechend selten.

Wobei ich sagen muss, dass ich bei "unserem" vinzenzmurr hier sehr gerne einkaufe. vinzenzmurr verspricht in den Leitsätzen, nur Fleisch aus der Region zu verwenden und auf artgerechte Tierhaltung zu achten. Natürlich kann ich nicht wirklich nachvollziehen, ob das auch alles eingehalten wird, aber das ist selbst beim kleinen Metztger um die Ecke sehr schwer.

Bei vinzenzmurr habe ich aber ein gutes Gefühl und kaufe letztlich auch deswegen sehr gerne dort ein, weil die Verkäufer immer unglaublich freundlich sind, gute Beratung liefern und der Service einfach sehr gut ist.

 

Das Fleisch für diesen Schweinebraten hat mein Mann gekauft und da er sich in Koch- und Küchendingen nicht so sehr auskennt, ist er besonders beim Fleischkauf immer auf gute Beratung angewiesen. Aber da brauche ich mir keine Sorgen machen! Die Verkäufer beim vinzenzmurr machen da immer einen guten Job und so kam der Gatte ganz stolz mit einem perfekten Stück Schweineschulter zurück, das vom Verkäufer schon eingeschnitten und mit Gewürzen (Salz, Pfeffer, Kümmel, Koriander) eingerieben wurde, denn - so sagte er - das Fleisch sollte am besten über Nacht in den Gewürzen marinieren. Ausserdem gab er noch den Tipp, ein paar Knochen mit an zu braten, um der Sauce noch einen besseren Geschmack zu geben.

Übrigens: Die Kinder gehen natürlich auch immer sehr gerne mit zu vinzenzmurr, weil sie dort immer auch ein Stück Gelbwurst auf die Hand bekommen. Das kenne ich noch so aus meiner Kindheit und ich finde es schön, dass sich das bis heute gehalten hat. Wo wird denn sonst noch was verschenkt heute?

Ja, ich gebe es gerne zu: Auch das Einkaufserlebnis ist für mich wichtig und wenn ich mich in einem Laden wohl und gut beraten fühle, dann gehe ich natürlich auch gerne und immer wieder hin!

 

Und jetzt aber endlich weiter zum Rezept!

 

Schweinebraten Krustenbraten

 

 

Zutaten

 

1,2 kg Schweinefleisch (Schulter mit Schwarte)

(das Fleisch am besten am Vortag kaufen und würzen)

1/2 TL Kümmel

1/2 TL Koriander

1 TL Pfefferkörner

2 TL Salz

1 EL Butterschmalz

250 g Knochen

1 Zwiebel

1 TL brauner Zucker

3 Knoblauchzehen (konfiert)

2 Lorbeerblätter

1 Zweig Thymian

ca. 300 ml Wasser

1 geh. EL Gemüsegrundstock

400 ml dunkles Bier

etwas Butter oder Öl

ggf. noch etwas Kümmel (ganz)

 

 

 

Zubereitung

 

Besonders wichtig ist beim Krustenbraten das Einschneiden der Schwarte. Das ist allerdings gar nicht so leicht, da die Haut sehr zäh und fest ist. Am besten lässt man das daher schon vom Metzger machen. Wer es lieber selber machen möchte, braucht ein sehr scharfes Messer, oft wird dafür ein Teppichmesser oder auch eine Rasierklinge empfohlen. Damit wird die Haut dann rautenförmig eingeschnitten. Wichtig: Nur die Haut und die Fettschicht einschneiden, nicht das Fleisch!

 

Schweinebraten Krustenbraten

 

Die Gewürze mit einem Mörser zerstoßen, das Fleisch damit gleichmäßig einreiben und dann über Nacht im Kühlschrank marinieren lassen.

 

Am nächsten Tag:

Ofen auf 180° Ober/Unterhitze vorheizen.

 

Schweinebraten Krustenbraten

 

Einen Bräter mit dem Butterschmalz erhitzen und die Knochenstücke darin kräftig anbraten.

Zwischendrin die Zwiebel schälen, halbieren, die Schnittstellen mit dem Zucker bestreuen und anschließend mit den Schnittstellen nach unten in den Bräter geben und mit anbraten. Knoblauchzehen ebenfalls dazu geben.

 

Schweinebraten Krustenbraten

 

Mit dem Wasser ablöschen, Gemüsegrundstock, Lorbeer und Thymian dazu geben und mit einem Teil des Bieres aufgießen.

Vom Herd nehmen und nun das Fleisch mit der Hautseite nach unten in den Sud legen. Die Schwarte sollte komplett in der Flüssigkeit liegen.

Bräter in den Ofen stellen und 30 Minuten garen.

Anschließend das Fleisch umdrehen und die Kruste mit etwas Butter oder Öl bestreichen.

Das restliche Bier dazu geben und weitere 90 - 110 Minuten im Ofen garen, bis das Fleisch schön zart ist.

Zwischendrin immer mal prüfen, ob noch genug Flüssigkeit im Bräter ist (ca. 2 - 3cm hoch) und ggf. mit Wasser auffüllen (dabei aber nie Flüssigkeit über die Kruste gießen!).

Sollte die Kruste zum Schluss noch nicht knusprig genug sein, den Ofen auf 220° und Grillfunktion umstellen. Den Braten dann wenige Minuten von oben her "grillen". Dabei aber im Auge behalten, damit die Kruste nicht verbrennt.

 

Nach der Garzeit den Braten aus dem Sud nehmen und kurz ruhen lassen. In der Zwischenzeit die Sauce durch ein Sieb passieren und ggf. mit Salz und Pfeffer abschmecken. Nach Belieben noch etwas Kümmelsaat zugeben.

 

Als Beilage passen dazu Sauerkraut und Knödel (je nach Geschmack Kartoffel-, Semmel-, oder Serviettenknödel)

 

Schweinekrustenbraten

 

 

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