Bärlauch Gnocchi

(mit weißem Spargel)

 

 

Mit Janke von "Jankes Soulfood" habe ich so Einiges gemeinsam, habe ich so nach und nach festgestellt. Eine Gemeinsamkeit ist zum Beispiel, dass wir beide lange Zeit keinen Spargel mochten. Wobei das allein eigentlich nichts Besonderes ist, denn welches Kind isst schon gerne Spargel? Das kommt doch eigentlich bei den meisten erst im Erwachsenenalter, oder? Mochtet Ihr Spargel etwa schon immer?

 

Aber nicht nur Spargel mochte ich früher nicht. Auch Bärlauch war bei mir bis vor zwei Jahren ein absolutes Tabu! Das hat aber wohl eher psychische Gründe. Die Geschichte hatte ich am Rande schon mal erzählt, aber ich erzähle sie gerne nochmal ;-)

 

Aaaalso: Aus meiner Kindheit kenne ich Bärlauch komischerweise gar nicht. Selbst bei meinen Großeltern gab es den nie und das obwohl mein Opa sogar einen Schrebergarten hatte und meine Oma somit sehr viel aus eigenem Anbau verkocht hat. Vielleicht war Bärlauch damals einfach out oder sie mochte ihn selber nicht...oder sie wusste einfach, dass Kinder den nicht mögen und hat ihn deshalb nicht genutzt. Ich weiß es nicht und kann sie leider auch nicht mehr fragen.

 

Meinen ersten Kontakt mit Bärlauch hatte ich dann erst so mit 19 während meiner Ausbildung. Ich stand eines schönen Frühlings nichts ahnend in meiner damaligen Lehrstätte - einer Bankfiliale (...ja ich bin gelernte Bankerin...nu isses raus!) - als sich draußen vor dem Fenster ein Kunde dem Eingang näherte. Dass meine Kollegen sich plötzlich alle in die hinteren Räume der Filiale verzogen hatten, hat mich zu dem Zeitpunkt noch nicht weiter gewundert...ist ja nichts Neues, dass der Azubi vorgeschickt wird wenn die anderen keinen Bock haben!

Aber als sich dann die Türe öffnete, wurde mir Einiges klar, denn ich roch den eintretenden Kunden noch weit bevor ich ihn sah!

Besagter Kunde hatte eine Leidenschaft für Bärlauch und hat sich im Frühjahr anscheinend nur davon ernährt. Und das war unüberriechbar! Wobei ich mich echt bis heute frage, wie viel Bärlauch man essen muss, damit man es schafft, dass eine ganze Bankfiliale für 1 Stunde alle Fenster öffnen muss nach einem nur 5-minütigen Aufenthalt...

Dieses Erlebnis hat sich mir damals so eingebrannt, dass ich ab da immer einen großen Bogen um Bärlauch gemacht habe. Das hat sich dann auch ein wenig auf Knoblauch übertragen und ich habe auch diesen lange Zeit fast gänzlich aus meinen Zutatenlisten gestrichen (waaaahhhhh!!!). Das alles nur aus Angst, dass ich auch so eine schreckliche Knobi-Fahne verbreiten könnte.

Auch den Geruch von Knoblauch an den Händen fand ich früher ganz, ganz fürchterlich...

 

Aber inzwischen haben sich zum einen meine Prioritäten da etwas gerändert und zum anderen weiß ich auch, dass ein bisschen Bärlauch und ein bisschen Knoblauch gar nicht so schlimm sind. Nach Knoblauch riechende Hände finde ich auch nicht mehr so schrecklich. Ganz im Gegenteil. Wenn ich mit Knoblauch gearbeitet habe und am nächsten Tag meine Hände noch danach riechen, dann erinnert mich das an ein gutes Essen vom Vortag und as ist doch was Positives!

 

Nun...lange Rede, kurzer Sinn: Für Jankes Blogevent "Geschmackswandel" zu ihrem ersten Bloggeburtstag habe ich mir ein Gericht einfallen lassen, das gleich zwei "Früher Bäh" Sachen enthält. Spargel und Bärlauch. Früher beides "Bäh", heute beides "Yeah"! Und in dieser Kombination einfach zum Reinsetzen!!!

 

Jankes Soulfood Geschmackswandel

 

Bärlauch Gnocchi mit Spargel - Wild Garlic Asparagus

 

Zutaten

 

300 g Kartoffeln (mehlig kochende)

120 g Mehl

50 g Hartweizengrieß

6 TL Bärlauchpaste (alternativ 40 g frischer Bärlauch)

1 Ei

1 Prise Muskat

 

500 g weißer Spargel

1 EL Butter

Bärlauchblüten

 

 

Equipment

 

Kartoffelpresse

Gnocchi Brettchen*

Topf/Töpfe

Pfanne

 

z.B. hier erhältlich: Rillenbrett für Gnocchi (Amazon Partnerlink)

 

 

Zubereitung

 

Die Kartoffeln ungeschält 45 Minuten bei 200° im Ofen backen (wenn es schnell gehen muss: 14 Minuten im Schnellkochtopf).

Anschließend schälen, durch eine Kartoffelpresse pressen und etwas abkühlen lassen.

Wer frischen Bärlauch nutzt, wäscht diesen in der Zwischenzeit, schüttelt ihn dann gut trocken und püriert ihn zusammen mit dem Ei und einem Esslöffel Olivenöl so fein wie möglich.

 

Kartoffelbrei, Mehl, Grieß, Bärlauchpaste, Ei und Muskat in eine Schüssel geben und zu einem gleichmäßigen Teig verkneten (bei Verwendung von frischem Bärlauch noch 1 TL Salz zufügen)

 

Der Teig bleibt stets etwas klebrig, so dass beim Weiterverarbeiten immer mit viel Mehl gearbeitet werden sollte.

 

Bärlauch Gnocchi

 

Zunächst nimmt man einen Teil des Teiges und rollt in zu einer Wurst mit ca. 1 cm Durchmesser. Dann einfach immer ca. 1 cm dicke Stücke davon abschneiden. Nun kann man die Stücke entweder über ein Gnocchi Brett rollen (mit ein bisschen Übung klappt das irgendwann recht gut), mit einer Gabel Rillen hindrücken oder einfach so belassen wie sie sind. Das ist mehr oder minder Geschmackssache. Die Rillen der Gnocchi tragen dazu bei, dass später mehr Sauce haften bleibt.

Den Vorgang dann entsprechen wiederholen, bis der Teig aufgebraucht ist.

 

Bärlauch Gnocchi

 

Bärlauch Gnocchi

 

Die fertigen Gnocchi auf eine gut bemehlte Arbeitsfläche legen, leicht mit Mehl bestäuben und beiseite stellen.

 

Bärlauch Gnocchi

 

Nun den Spargel schälen, ggf. holzige Enden abschneiden und wie gewohnt garen. Ich nutze dafür den Thermomix. Einfach den geschälten Spargel in den Varoma legen, 500 ml Wasser in den Mixtopf geben und 30 Minuten auf Stufe 0,5 dampfgaren (Varomastufe). Gedämpft ist der Spargel deutlich besser als in Wasser gekocht.

 

Wenn der Spargel noch etwa 15 Minuten Kochzeit vor sich hat, stellt man zum einen eine Pfanne mit gut 1 EL Butter bereit und bringt in einem großen Topf das Wasser für die Gnocchi zum Kochen.

Wenn das Wasser kocht noch großzügig salzen und dann die Gnocchi ins sprudelnde Wasser geben. Temperatur leicht reduzieren und dann 7 - 8 Minuten köcheln lassen.

Die Pfanne mit der Butter erhitzen (mittlere Temperatur) bis die Butter geschmolzen ist.

Die fertigen Gnocchi nun mit einer Schaumkelle aus dem Wasser heben, gut abtropfen lassen und dann in die Pfanne geben. Bei geringer Hitze warmhalten.

In der Zwischenzeit den fertig gegarten Spargel in ca. 1 cm breite Stücke schneiden und ebenfalls in die Pfanne geben.

Alles gut durchmischen, ggf. mit Salz (z.B. auch Bärlauchsalz oder Basilikumsalz) abschmecken.

 

Vor dem Verzehr nach Belieben mit etwas Bärlauchpaste beträufeln und mit frischen Bärlauchblüten garnieren.

 

Bärlauch Gnocchi mit Spargel - Wild Garlic Asparagus

 

PS: Es lohnt sich, gleich die doppelte Menge Gnocchi zu machen. Die fertig gekochten Gnocchi lassen sich gut einfrieren.

 

 

 

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Kommentare (3)

@Barbara
Jetzt habe ich wieder was dazu gelernt. Dass es mit mehligen Kartoffeln Probleme geben könnte, das wusste ich gar nicht.
Da hatte ich in meinem Rezept wohl einfach Glück, denn sie waren weder zäh, noch sind sie auseinander gefallen.
Aber jetzt wo ich es weiß, passiert mir das beim nächsten Mal bestimmt ;-)
#3 - Melanie - 27.05.2015 - 10:03
Die sind ja wunderschön geworden! :-)
Als Kind mochte ich Spargel, zumindest den weißen (grünen gab's nicht). Und Bärlauch gab's auch nicht, den habe ich echt erst vor ein paar Jahren kennen gelernt. Und ich finde, er riecht gar nicht so wild. Vielleicht stinke ich immer nach Knob- und Bärlauch, dass mir das nicht auffällt... Könnte sein. ;-)

Mit den Gnocchi aus mehlig kochenden Kartoffeln stehe ich übrigens auf Kriegsfuß, die werden entweder zäh oder fallen auseinander. Johann Lafer meinte, man brauche dafür Gefühl. Hmpf... :oops:
#2 - Barbara - 26.05.2015 - 19:44
Dankeschöööööööön!!!!
Liebe Melanie,
was für eine wun.der.ba.re Geschichte *chrchrchr :-D
Da leidet man beim Lesen direkt mit. Auch ich hatte einen Großonkel, der sich allerdings mit Knoblauch konserviert hat. Über den könnte man auch ein halbes Buch erzählen... aaaaaber... was ich eigentlich sagen möchte:
Dankeschön für deinen großartigen Beitrag zum Geschmackswandel-Event
Die Kombination trifft bei mir voll ins Schwarze und du hast völlig Recht, früher "bäh" - heute "yeah!" ;-)
Zum Glück haben wir da noch die kulinarische Kurve bekommen.
Fühl dich geherzt,
Liebe Grüße Janke
#1 - Janke - 21.05.2015 - 10:08