Simit

(Sesamringe)

 

Bei unserem Event "Taste of Turkey" geht es unter anderem ja darum, unseren Lesern die türkische Küche ein bisschen näher zu bringen und zu zeigen, dass viele typisch türkische Gerichte gar nicht schwer zu kochen sind.

Um das gleich mal "direkt am Mann" aus zu probieren, haben wir uns unsere Instagram Aktion #turkishteatime ausgedacht, bei der wir jeden der mag dazu einladen live mit uns zu kochen bzw. zu backen.

Unser erstes Projekt sollten Simit sein und dazu haben wir einige Tage bevor es los ging schon mal die Zutatenliste auf Instagram gepostet, damit auch jeder genug Zeit hatte, alles zu besorgen.

Das hat auch ganz prima geklappt...bei allen...wirklich bei allen? Nein! Die kleine Chaosküche hat's natürlich nicht auf die Reihe gekriegt!

Am Samstag bevor es losgehen sollte, habe ich mich auf die Suche nach Pekmez gemacht. Pekmez hieß die Anweisung die ich von Sibel erhalten hatte und ich bin mit meinem Roller losgedüst und habe wirklich ALLE Läden im Umkreis von 8 Kilometern abgeklapptert, von denen ich wusste dass sie prinzipiell türkische Lebensmittel anbieten. Da ich nicht sonderlich erfolgreich war, hat sich das hingezogen und ich war zunächst gute 2 Stunden unterwegs...für EINE Zutat. Man will's ja richtig machen!

Im letzten Laden - ich konnte es gar nicht fassen - bin ich dann fündig geworden! Beim Obst- und Gemüsehändler im Nachbarort standen doch tatsächlich ein paar Gläser Pekmez! Ich hab mich gefreut wie Schnitzel und habe meine Beute glücklich und zufrieden nach Hause gefahren. Dann gleich mal ein Bild gemacht und voller Stolz an Sibel geschickt...

Ich: "Hurra! Nach nur 2 Stunden!!!"

Sibel: "Äh ja...Du weißt aber schon, dass was ganz anderes ist???"

Ich: _________________________TILT

 

Aber ich als urbayrisches Gestein mit österreichischen Wurzeln und der türkischen Sprache nicht mächtig, kann ja nicht wissen, dass es verschiedene Pekmez gibt! Iiich kann also gar nichts dafür! So schaut's aus!

Trotz anfänglichem Frust, bin ich später dann sogar nochmal losgefahren und habe meinen Jagd-Radius erweitert...leider wieder ohne Erfolg...

Aber die kleine Chaosküche wäre nicht die kleine Chaosküche, wenn sie sich durch Ungeplantes irgendwie erschüttern ließe. Nehm ich halt einfach den gefundenen Sirup für das Rezept und gut is! Ist zwar nicht Traubensirup sondern vom Johannisbrotbaum...aber Abwandlungen sind ja nicht verboten!

 

Ihr wisst nun also, dass man eigentlich Traubensirup (Üzüm Pekmezi) für das Rezept braucht und so schreibe ich es auch auf, auch wenn ich selber einen anderen Sirup genommen habe.
Solltet Ihr gar nichts in die Richtung im Laden finden, so könnt Ihr auch einfach Honig oder Zuckerrübensirup (kommt dem noch am nächsten) nehmen. Wichtig ist einfach die leichte Süße die die Simit dadurch erhalten.

 

Beim Live-Backen auf Instagram haben dann sogar einige Leute mitgemacht, was uns wirklich seeehr gefreut hat! Wir hatten zusammen viel Spaß und es war unglaublich spannend, wie die einzelnen Arbeitsschritte und Ergebnisse aussahen. Schaut Euch das unbedingt mal an! Dann habt Ihr auch gleich eine Step by Step Anleitung und seht, wer alles mit dabei war: #turkishteatime

Vielen Dank an alle die mitgemacht haben! Hat irre viel Spaß gemacht mit Euch und ich freu mich schon auf's nächste Mal!

 

Das Rezept hat mir Sibel zur Verfügung gestellt und ich habe es nur minimal abgewandelt (vom Pekmez mal abgesehen ;-)).

 

Simit

 

Zutaten

 

150 ml lauwarme Milch

15 g frische Hefe

1 geh. EL Honig

1 TL Salz

480 g Mehl (550er, alternativ 405er)

130 ml lauwarmes Wasser

75 ml (Oliven-)Öl

 

150 g heller Sesam

4 EL Üzüm Pekmezi

3 EL Wasser

1 EL Öl

 

Simit

 

.

Zubereitung

 

Die Hefe sowie Honig und Salz in die lauwarme Milch rühren, bis sich die Hefe mehr oder minder aufgelöst hat.

Das Mehl in eine Schüssel geben, Wasser, Öl und Hefemilch dazu geben und dann zügig von Hand oder auch mit einer Küchenmaschine zu einem glatten Hefeteig verkneten. Der Teig sollte schön geschmeidig sein und nicht mehr kleben.

Den Teig zu einer Kugel formen, in eine leicht mit Mehl ausgetäubte Schüssel legen, etwas Mehl darüber sieben und dann abgedeckt an einem warmen Ort ca. 30 - 40 Minuten ruhen lassen (z.B. im Backofen bei eingeschaltetem Licht).

 

Nun in einer Pfanne ohne Fett die Sesamsamen vorsichtig anrösten. Dabei wirklich gut aufpassen und immer wieder umrühren damit nichts anbrennt.

Den fertig angerösteten Sesam beseite stellen und abkühlen lassen.

 

Traubensirup, Wasser und Öl in einen tiefen Teller geben und gründlich verrühren.

 

Wenn der Teig gut aufgegangen ist (sollte etwa die doppelte Größe erreicht haben), dann auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche nochmals kurz durchkneten und dann in 8 etwa gleich große Stücke aufteilen.

 

Eigentlich wird nun jedes Stück nochmal geteilt und zu zwei langen, dünnen Strängen gerollt. Diese zwei Teigstränge werden wie bei einer Kordel zusammen gedreht. Die fertige "Kordel" wird dann zu einem Kreis gelegt, die Enden ganz leicht angefeuchtet und fest miteinander verbunden.

Diesen Schritt habe ich nicht ganz so ausgeführt. Das "Kordeln" habe ich mir gespart und einfach schlichte Teigringe geformt. Geht schneller, sieht dann aber nicht so hübsch aus.

 

Nun den Ofen auf 200° Ober-/Unterhitze vorheizen.

 

Die Teigringe werden nun in die Pekmez Flüssigkeit gelegt und von allen Seiten gründlich damit benetzt. Anschließend legt man den Ring in den gerösteten Sesam und bedekt den kompletten Ring damit.

Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Auf ein Blech passen 4 Ringe, so dass Ihr zwei Bleche braucht bzw. auf zwei Mal backen müsst.

Die Sesamringe für ca. 20 Minuten bei 200° backen (beim zweiten Blech kann es auch etwas weniger sein, da der Ofen dann richtig heiß ist).

Nach dem Backen gleich vom Blech ziehen und etwas abkühlen lassen.

 

Simit könnt Ihr dann natürlich essen wozu und womit Ihr wollt. Traditionell gibt es sie in der Türkei zu schwarzem Tee und ggf. noch Oliven und Schafskäse dazu.

Bei mir wurde am nächsten Tag ein Bagel draus...ich hoffe die Türken unter Euch verzeihen mir das! ;-)

 

Tipp: Am nächsten Tag für 30 Sekunden in der Mikrowelle aufbacken, dann schmecken sie wieder fast wie frisch gemacht!

 

Simit Bagel

 

 

< zurück

 

 

Kommentare:

Name
E-Mail (Wird nicht online angezeigt)
Homepage
Titel
Kommentar
;-) :-) :-D :-( :-o :-O B-) :oops: :-[] :-P
Tragen Sie deshalb bitte den Text, den Sie in dem Bild sehen, in das nebenstehende Textfeld ein.
»

 

 

Kommentare (0)