Krautwickel

(mit Dunkelbiersauce)

 

Aaaw! Ich bin ganz gerührt! Da hab ich gestern doch tatsächlich eine ganz persönliche und private Sprechstunde bei den Kochpsychiatern bekommen! Und warum das Ganze? Weil ich mal so in einem Gespräch fallen ließ, dass ich Krautwickel ja wirklich gerne mag, selber aber so gut wie nie welche mache, weil mir das Kraut immer total zerfällt und ich es nicht auf die Reihe kriege, die Füllung ordentlich ein zu wickeln. So schmeckt das Ganze zwar trotzdem, sieht aber nach allem aus, bloß nicht nach Krautwickel oder Kohlrouladen.

Und damit ich keine dauerhafte Krautwickelkochphobie entwickel, waren die Kochpsychiater so nett und haben mich in diesem akuten Fall direkt an der Hand genommen, mich aufs Sofa gelegt - äh hinter den Herd gezerrt - und psychologisch betreut...

 

Dank der wirklich wunderbaren Anleitung und Hintergrundinfos zum Spitzkohl, habe ich direkt im Anschluss den Mann aus dem Haus und zum Einkaufen gejagt um das Gelernte dann sofort um zu setzen.

 

Beim Verarbeiten des Kohls habe ich mich auch genau an die Anweisungen gehalten, mit nur einem Unterschied. Die dicken Blattrippen habe ich erst nach dem Blanchieren aus den Blättern geschnitten, damit mir da vorher nichts bricht. Das hat prima geklappt.

Nach der gesamten Prozedur hatte ich perfekte Krautblätter und konnte sie wunderbar weiterverarbeiten! Also noch mal ein riesen Dankeschön für die tolle Anleitung! :-)

 

 

Füllung und Sauce habe ich dann aber ein wenig bis ganz anders gemacht. Und statt Süßkartoffelpürree gab es bei uns einfach nur gewöhnlichen "Stampf" dazu. Dafür aber eine kräftige Dunkelbiersauce. Da stehen wir einfach drauf ;-)

 

 

Zutaten

(für 6 kleine Krautwickel)

 

1 Spitzkohl

 

Füllung

400 g gemischtes Hackfleisch

1 Ei

1 große Zwiebel

1 Knoblauchzehe

1 Prise Muskat

1/2 TL Kümmel, zerstoßen

1/2 TL Estragon

1 TL Majoran

1 TL mittelscharfer Senf

Msp Kreuzkümmel, gemahlen

Salz

Pfeffer

 

Sauce

350 ml Rinderfond

150 ml Dunkles Bier

1 kleine Zwiebel oder Schalotte

1 TL Kümmel

1 TL Zucker

Salz

Pfeffer

ggf. restliche Kohlblätter

 

 

Zubereitung

 

Die beste Anleitung für die Verarbeitung des Kohls findet Ihr wie oben schon geschrieben bei den Kochpsychiatern, daher führe ich das hier nur nochmal kurz auf.

Mit einem Messer zunächst den Strunk aus dem Kohl heraus schneiden. Anschließend vorsichtig die Blätter lösen. Das klappt beim Spitzkohl deutlich besser als beim Weißkohl, da die Blätter viel lockerer anliegen.

6 - 8 Blätter sollten reichen.

In einem großen Topf Wasser zum Kochen bringen und die Kohlblätter darin 1 Minute lang blanchieren und dann sofort wieder aus dem Wasser nehmen.

Die Blattrippe in der Mitte nun herausschneiden, die Blätter zwischen zwei Geschirrtücher legen und einmal kurz und kräftig mit einem Nudelholz darüber rollen. Das bricht die Blattstruktur und macht die Blätter schön geschmeidig. So lassen sie sich besser verarbeiten.

 

Zwiebel und Knoblauch fein hacken und zusammen mit allen weiteren Zutaten für die Füllung gut miteinander vermengen. Mit Salz abschmecken (ca. 1 gestr. TL) und dann in 6 etwa gleich große Stücke aufteilen.

Zwei Blatthälften des Kohls leicht überlappend auf ein Brett oder saubere Arbeitsfläche legen und die Hackfleischmasse darauf geben. Die Seiten einklappen und dann schön straff "wickeln".

Mit einem Küchengarn zu einem Päckchen binden.

 

Krautwickel Kohlrouladen

 

Eine Pfanne erhitzen, etwas Butterschmalz oder Öl hinein geben und die Krautwickel von beiden Seiten leicht anbräunen. Dabei darauf achten, dass sie nicht zu dunkel werden, da der Kohl sonst bitter wird.

Die Krautwickel aus der Pfanne nehmen und kurz beiseite stellen.

Die Zwiebel für die Sauce fein würfeln und zusammen mit dem Zucker in der Pfanne anschwitzen. Ruhig auch gut Farbe bekommen lassen.

Mit Rinderfond ablöschen, Bier und Kümmel dazu geben und ein paar Minütchen einkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Dann die Hitze reduzieren, die Krautwickel in die Sauce legen und bei mittlerer Temperatur und ohne Deckel 45 Minuten kochen lassen. Dabei darauf achten, dass die Sauce nicht mehr "blubbert" und somit unter dem Siedepunkt ist, sonst zerfällt der Kohl beim Kochen zu sehr.

Wenn Ihr noch blanchierte Kohlblätter übrig habt, dann schneidet sie in kleine "Fleckerl" und gebt sie einfach mit zur Sauce.

 

Als Beilage eignet sich Kartoffelpürre.

 

Für mein Foto gibt es leider nur die aufgewärmte Version vom nächsten Tag, da die frischen Krautwickel unbedingt und sofort gegessen werden wollten! Da hatte ich gar keine Zeit mehr für das Fotoshooting ;-)

Aber aufgewärmt schmecken sie immer noch gut!

 

Krautwickel Kohlrouladen

 

 

 

 

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